Teil 2: Tärnaby - Svartisen Gletscher - Polarkreis
Part 2: Tärnaby - Svartisen glacier _ Arctic Circle
Als dann endlich der Tag kam, an dem wir nach Norwegen fahren würden, konnte ich vor lauter Vorfreude nicht besonders lange schlafen. Zudem zeigte sich das Wetter von seiner vorbildlichsten Seite: Sonne satt, beinahe wolkenlos. Ohne groß viel nachzudenken, beschloss ich zu Norwegen's zweitgrößtem Gletscher zu fahren, dessen Besichtigung sich bei Sonnenschein besonders lohnen würde - so hatte ich 'mal im Internet gelesen. Schon auf der Fahrt zum Gletscher fand ich wieder alles so wunderschön. :-D Dass ich die Grenze zu Norwegen passiert hatte, bemerkte ich lediglich an der wechselnden Farbe der Straßenmarkierungen. Und daran, dass die Straßen plötzlich wesentlich schmaler und löchriger wurden... :-) Und dann waren da noch die Berge! ❤ Die wurden immer größer und kamen näher... Hach, ich war so, so happy! :-)
Es muss dann wohl auch am Rausch der Emotionen gelegen haben, dass ich nicht darüber nachgedacht hatte, dass man in Norwegen nicht mit Euro zahlt (in Schweden hab ich kein Geld ausgegeben). Denn als ich am abgelegenen See ankam, von wo aus man ein Boot zum Fuße des Gletschers nimmt, da freute ich mich erst, dass wir genau zum richtigen Zeitpunkt angekommen waren - das Boot war abfahrtbereit, keine langen Wartezeiten - aber dann wurde mir bewusst, dass man nicht mit Karte zahlen kann - und norwegische Kronen hatte ich halt keine dabei (und Geldautomaten sind rar gesät im Norwegerland...). Zum Glück muss es auch andere Dussel wie mich geben, denn der Kapitän unseres Schiffchens bot mir an, auch mit Euro zahlen zu können. Normalerweise habe ich ja nie Bargeld dabei (ich zahle immer und überall mit Karte), aber Fortuna hatte mich am Tag vor meiner Abreise aus einer Laune heraus doch etwas Bargeld abheben lassen - genau ausreichend, um die Bootsfahrt bezahlen zu können! :-)
Es konnte also losgehen! Die Hunde musste ich - sehr zur Belustigung der anderen Passagiere - einzeln auf's Boot tragen. Beiden war das wackelige Gefährt einfach zu unheimlich. Als das Boot dann losfuhr, war es mit der Fasson ganz vorbei. Stöpsel presste sich hechelnd an mein Bein und Charlie krabbelte gleich ganz auf meinen Schoss. :-D Nach ein paar Minuten hatte sich Stöpsel aber schon wieder gefangen und erkundete schnüffelnd das Boot. Eine Norwegerin gesellte sich zu mir, fand meine Hunde toll (ich sie dann auch ;) ) und fragte, ob ihre Tochter sie denn streicheln dürfe. Ab da ging es dann auch Charlie besser. Er fand es gut, mit Zuwendung in Zeiten größten Leides bedacht zu werden und presste sich ganz eng an das Mädchen. :-D Von Bord des Bootes brauchte ich die beiden dann aber trotzdem nicht mehr zu tragen - die Aussicht auf Land unter den Pfoten beflügelte beide, alleine das Schiff zu verlassen. :)
Von der Anlegestelle aus musste man dann 3 km bis zum Gletscher laufen. Von dem war weit und breit nichts zu sehen. Ausserdem prasselte die Sonne ganz schön auf's Haupt, so dass mir (und den Hunden) die 3 km recht lang vorkamen. Aber gerade als ich mich fragte, ob norwegische 3 km mit deutschen oder finnischen km zu vergleichen sind... da bog der "Weg" um eine Ecke und - bäm - stand man vor dem Gletscher. Das war ganz schön beeindruckend, vielleicht vor allem wegen dem Überraschungseffekt. :-)
Was mir an Norwegen generell gut gefallen hat, war dass alles so natürlich wie möglich belassen wird. Auch bei dem Gletscher gab es keine befestigten Wege, keine Absperrungen... lediglich ein paar Warnschilder wiesen darauf hin, dass ein Gletscher eben kein Spielparadies ist. Ansonsten konnte man sich frei bewegen und hinlaufen, wo man eben wollte. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht bis ganz nach oben geklettert bin (auf den Felsen neben dem Gletscher, versteht sich ;) ). Aber diese ungewohnte Entscheidungsfreiheit in der Wahl seiner Wanderroute war mir da noch etwas unheimlich... Man sieht es auf den Fotos nicht, aber am Gletscher war es teilweise doch recht steil und erforderte einige Kletterkünste um bergan zu kommen - zumindest wenn man nicht die optimale Wanderroute wählt. Aber ich als Mecklenburger Mädel mit Wohnsitz im platten Finnland war schlicht blind für die optimale Route. :-D Zweimal musste ich die Hunde auf einen Felsen hieven, weil sie es nicht geschafft haben, von alleine herauf zu springen (ich habe Hände und kann klettern, so'n bisschen). Dadurch hat sich dann in meiner Magengrube schon eine gewisse Unsicherheit ausgebreitet, und die Frage, wie ich da nur wieder herunter kommen soll... Und dieser Schisser im Magen hat mich dann eben nur auf halbe Höhe des Gletschers kraxeln lassen. :) Wie gesagt, im Nachhinein war es Schade, weil es gar nicht so wild war (im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte). Aber egal, die Aussicht auf den Gletscher und den darunter liegenden See war trotzdem famos! :-)
Nach einem kurzen Picknick ging es dann wieder zurück zur Bootsanlegestelle. Auf unserem Rückweg kam uns eine Schar von Touristen entgegen; da war ich froh, dass wir so früh aufgestanden waren. Die paar Leute, die mit uns auf dem Boot gekommen waren, hatte man schnell aus den Augen verloren. Andererseits wäre ich mit mehr Touristen drumherum vielleicht auch mutiger gewesen... ;)
Auf der Rückfahrt waren die Jungs schon etwas see-fester. :-) Stöpsel wollte sogar auf meinen Schoß, um von dort eine bessere Aussicht zu haben. Er streckte seine Schnauze in den Fahrtwind und schien es richtig zu geniessen. Irgendwann fühlte er sich zu alt für "Mama's" Schoß und saß dann mit stolzer Hühnerbrust neben mir auf der Bank. :-) Charlie hingegen fühlte sich auf dem Boden, zwischen meinen Füßen am sichersten. :-)
Um es kurz zu machen: Ich kann den Svartisen Gletscher sehr empfehlen!! 👌
Ablegeplatz des Bootes
das Boot :-D
auf dem Boot
Charlie auf der Hinfahrt
auf dem Weg zum Svartisen Gletscher
der Gletscher!
Such das Menschlein...! ;)
Noch schnell ein Selfie mit einem schmelzenden Gletscher... ;)
Man weiß ja leider nicht, wie lange es ihn noch geben wird.
Charlie ausgepowert. Die Sonneneinstrahlung hat selbst den stärksten Kromi umgehauen...
zum Glück gab es ab und an Wasserlachen
aus Versehen gebadet - und nicht so happy darüber :-D
auf dem Rückweg
sich gegenseitig Trost spendend auf diesem Höllendingens :-D
Ich bin eine ganz passable Aussichtsplattform! :-)
FAST wie Kate auf der Titanic... ;-)
Anschliessend ging die Fahrt gen Norden weiter. Allzu weit war ja unser Tagesziel, ein Hotel am Polarkreis (in Wirklichkeit eher so 20 km nördlich des Polarkreises) nicht mehr entfernt.
Am Polarkreis musste ich mal kurz aus dem Auto steigen und ein paar Fotos schießen. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich ihn passiert habe, aber jedes Mal freue ich mich wieder auf's Neue wie eine Schneekönigin darüber. :-) Ich weiß auch nicht warum, aber der Polarkreis hat's mir einfach angetan.... ;-) Darum also auch hier noch ein paar Fotos vom "heiligen" Ort:
Abends kamen wir dann am Hotel an. Das war nicht gerade günstig, aber ich hatte es mir aufgrund der Lage ausgesucht - von dort aus war es nicht mehr weit nach Bodo, von wo aus ich dann am nächsten Morgen auf die Lofoten übersetzen wollte.
Und ich muss sagen, die Investition hat sich gelohnt! Mir gefiel das Hotel, alle waren (selbstverständlich) sehr nett und der Ausblick von meinem Zimmer hat mir gereicht, um sowieso alles toll zu finden. :-) Und weil wieder einmal alles so schön war, und ich den Tag irgendwie auch schön ausklingen lassen wollte (und nicht mit Instant-Nudeln aus der Tüte), da habe ich mir gedacht "Was kostet die Welt?" und habe mir ein Dinner-Buffet im Hotel gegönnt! :-D Und natürlich war auch das richtig, richtig gut! Alles meine Lieblingsspeisen gab es! Als Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Und man konnte so viel essen wie man wollte - oder in meinem Fall in sich hinein stopfen konnte! Hach, was war ich satt und zufrieden! :-D
Als ich gerade in den letzten Zügen meines Essgelages war, da kam ein Mann an meinen Tisch und plapperte fröhlich auf Finnisch drauf los... Ob das mein Auto mit dem finnischen Kennzeichen wäre... er wäre ja auch Finne... und wenn man "hier" schon mal einen Landsmann trifft, dann müsse er doch mal 'rüber kommen und Hallo sagen... wir wären ja die einzigen Finnen im Hotel.... (Ich muss ja zugeben, dass ich längst nicht so euphorisch reagiere, wenn ich im Urlaub auf Landsmänner treffe... Vielleicht liegt das daran, dass man Deutsche auf Schritt und Tritt und einfach ueberall trifft... das uebersättigt ;) ).
Als er dann kurz mal Luft holte, konnte ich mich als "Fake-Finne" zu erkennen geben. :-D Er setzte sich trotzdem zu mir an den Tisch und wir plauderten recht lange (auf Finnisch! er war also ein guter "Zwischen-den-Zeilen-Versteher" ;) ). Es war ein richtig netter Abend. Er war mit dem Motorrad unterwegs, kam gerade von den Lofoten und war auf dem Heimweg gen Süd-Osten. Als ich ihn fragte, ob es auf den Lofoten wirklich so schön ist, da meinte er nur ganz unbeeindruckt: Na ja, ist schon nicht schlecht. Aber Du wohnst ja in der Nähe von Turku, und die Schären in Turku sind genauso schön! Auf den Lofoten hast Du halt nur noch ein paar Berge dazu... :-D Besser kann man die Lofoten wohl nicht beschreiben: Turku's Schären plus ein paar Berge. Hätte ich eigentlich auch Zuhause bleiben können... Welch' schöne Erkenntnis für meinen ersten Tag in Norwegen. :-D
die Hotelanlage
Blick aus meinem Fenster
während des Festschmauses:
Blick auf den norwegischen Tafelberg ;)
zwei müde Wanderer - scheren sich nicht um den Ausblick ;)
An English description is coming up soon.
In brief, it's been great! ;-) :)













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